Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) begrüßt den Ermittlungserfolg deutscher Behörden gegen mutmaßliche Betreiber illegaler Online-Glücksspielangebote. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt sollen über die illegal betriebenen Plattformen allein zwischen Juli 2021 und Ende 2023 Spieleinsätze von rund 5,86 Milliarden Euro abgewickelt worden sein.
„Dieser Ermittlungserfolg zeigt eindrucksvoll, welche Dimension der illegale Glücksspielmarkt inzwischen erreicht hat. Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Strafverfolgungsbehörden hier mit großem Einsatz vorgehen“, erklärt DSWV-Präsident Mathias Dahms.
Illegale Anbieter verfügen über keine deutsche Erlaubnis und entziehen sich damit den gesetzlichen Vorgaben, die insbesondere dem Schutz der Spieler dienen. Einzahlungslimits, Spielersperren, Identitätsprüfungen und weitere Schutzmechanismen des regulierten Marktes können dort umgangen werden.
„Spielerschutz funktioniert nur dort, wo die Regeln gelten und durchgesetzt werden. Der legale Markt ist deshalb ein zentraler Partner für wirksamen Spielerschutz und bei der Zurückdrängung illegaler Angebote. Behörden und legale Anbieter haben hier ein gemeinsames Ziel“, klärt Dahms auf.
Die Dimension des aktuellen Ermittlungsfalls wirft aus Sicht des DSWV zugleich Fragen hinsichtlich der bisherigen Schätzungen zur Größe des Schwarzmarktes auf. „Fast sechs Milliarden Euro Spieleinsätze innerhalb von zweieinhalb Jahren in einem einzigen Ermittlungsfall müssen Anlass sein, die bisherigen Annahmen über die Größe des Schwarzmarktes kritisch zu überprüfen“, sagt Dahms. „Wenn bereits ein einzelner Fall solche Dimensionen offenbart, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die bisherigen Schwarzmarktschätzungen das tatsächliche Ausmaß des illegalen Marktes realistisch abbilden.“
Der DSWV fordert seit Langem eine konsequente Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote und eine belastbare, datenbasierte Erfassung des Schwarzmarktes. „Die strengsten Schutzvorschriften helfen keinem Spieler, der bei einem illegalen Anbieter landet. Wer Spielerschutz stärken will, muss deshalb illegale Angebote konsequent zurückdrängen und legale Angebote stärken“, betont Dahms.