Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat auf seiner Jahrespressekonferenz 2026 eine gemischte Bilanz zur Entwicklung des deutschen Sportwettenmarktes gezogen. Zwar verzeichnete der legale Markt im Jahr 2025 erneut ein Wachstum, dieses fiel mit rund 1,2 Prozent jedoch sehr gering aus und lag auch deutlich unter dem Vorjahres-Wachstum aus dem EM-Jahr 2024 (damals 3,8 Prozent Wachstum).
2025 lagen die Umsätze der legalen Sportwettanbieter bei 8,3 Milliarden Euro, 2024 waren es 8,2 Milliarden Euro, im Jahr 2023 verzeichnete man 7,9. Milliarden Euro. Der DSWV machte in seiner Präsentation deutlich, dass sich diese Werte deutlich von den Höchstwerten unterscheidet, die man vor Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages 2021 erzielen konnte, als der Branchenumsatz bei 9,4 Milliarden Euro (2021) lag.
Gleichzeitig setzen sich die rückläufigen Werbe- und Sponsoringausgaben der Branche fort. Während die Ausgaben für Werbung seit 2021 nahezu halbiert wurden, gingen auch die Sponsoringinvestitionen im Sport zuletzt weiter zurück. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die geschätzten Werbeausgaben der legalen Sportwettanbieter um 3 Prozent auf 136 Millionen Euro (2024: 140 Millionen Euro). Die Sponsoringausgaben gingen auf 47 Millionen Euro (-6%) zurück. Nach Ansicht des DSWV widerlegt dies die häufig geäußerte Kritik einer zunehmenden Präsenz von Sportwettenwerbung.
Sorge bereitet dem Verband vor allem die Entwicklung des Schwarzmarktes. Nach aktuellen Daten der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist der Umsatz illegaler Online-Glücksspielangebote zuletzt um 17 Prozent gestiegen. Gleichzeitig nutzt laut GGL-Studie rund ein Drittel der Spieler zumindest teilweise auch illegale Angebote.
„Der legale Markt ist heute so sicher reguliert wie nie zuvor. Spielerschutz funktioniert aber nur dort, wo Spieler tatsächlich spielen“, erklärte DSWV-Präsident Mathias Dahms.
Deshalb müssen die Bekämpfung des Schwarzmarktes sowie eine gesteigerte Attraktivität des legalen Angebots im Mittelpunkt der anstehenden Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrages stehen.
Mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 rechnet der DSWV mit Wetteinsätzen von rund einer Milliarde Euro in Deutschland. Davon dürften rund 600 bis 700 Millionen Euro im regulierten Markt platziert werden. Weitere 300 bis 400 Millionen Euro könnten hingegen bei illegalen Anbietern landen. Das Turnier sei Chance und Stresstest zugleich: Einerseits biete es die Möglichkeit, Spieler für legale Angebote zu gewinnen, andererseits könnten auch illegale Anbieter von der erhöhten Aufmerksamkeit profitieren.
Für die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrages forderte der Verband in seiner Jahrespressekonferenz eine konsequent evidenzbasierte Betrachtung. Die Regulierung müsse sich an ihrer tatsächlichen Wirkung messen lassen – insbesondere bei den Zielen Spielerschutz, Kanalisierung und Schwarzmarktbekämpfung.