Das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) und die Arbeitseinheit Glücksspielforschung der Universität Bremen haben unter dem Titel „Glücksspielteilnahme und glücksspielbezogene Probleme in der Bevölkerung“ den Glücksspiel-Survey 2025 veröffentlicht.
Aus den 12.340 Interviews geht unter anderem hervor, dass die Daten zum Glücksspielverhalten stabil sind und sich auch bei den glücksspielbezogenen Problemen in Deutschland im Vergleich zu den vorherigen Erhebungen kein Anstieg zeigt: Nach den Ergebnissen des Glücksspiel-Survey 2025 haben innerhalb eines Jahres insgesamt 36,4 Prozent der befragten Personen an mindestens einem Glücksspiel um Geld teilgenommen. Beim Glücksspiel-Survey 2023 waren es noch nahezu identische 36,5 Prozent. Mit Blick auf die Sportwetten-Teilnahme zeigt sich ein ähnliches Bild: 3,9 Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten vor Befragung mindestens eine Sportwette abgegeben, 2023 lag der Wert bei 3,8 Prozent.
Der Anteil der Bevölkerung, bei denen eine Glücksspielstörung angenommen wird, beträgt laut Glücksspiel-Survey 2025 aktuell 2,2 Prozent, bei der Untersuchung vor zwei Jahren waren es noch 2,4 Prozent. Hierzu sei angemerkt, dass langjährige Untersuchungen der BZgA sowie eine Forsa-Studie im Jahr 2024 lediglich rund 0,37% der Bevölkerung über 18 Jahre mit problematischem Spielverhalten identifizieren konnten. Auch wegen dieser deutlichen Diskrepanz gab es damals Kritik am Glücksspiel-Survey 2023, unter anderem hatte ein wissenschaftliches Gutachten auf erhebliche methodische Mängel der Studie aufmerksam gemacht. Der Glücksspiel-Survey 2023 wurde damals zur “Unstatistik des Monats” gewählt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete.
In einer gemeinsamen Stellungnahme des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV) des Deutschen Online Casinoverbands (DOCV) betonten die beiden Präsidenten, Mathias Dahms und Dirk Quermann:
“Jeder Mensch mit einer Glücksspielstörung ist einer zu viel. Im regulierten Markt greifen staatlich geprüfte Schutzinstrumente - von Einzahlungslimits über das bundesweite Sperrsystem OASIS bis hin zu verpflichtenden Warnhinweisen und Spielpausen. Im Schwarzmarkt existiert keines davon. Wer Spielerschutz ernst nimmt, muss deshalb auch den wachsenden Schwarzmarkt ernst nehmen: Dort sind gefährdete Spieler schutzlos."
Umso wichtiger ist es, dass Studien zwischen legalem und illegalem Glücksspiel unterscheiden. Nur auf dieser Grundlage lassen sich Glücksspielrisiken realistisch bewerten. Dass im Glücksspiel-Survey 2025 das Wort „Schwarzmarkt“ überhaupt nicht Erwähnung findet, verdeutlicht einmal mehr die Forschungslücke diesbezüglich, die auch bei anderen Untersuchungen zu beobachten ist.
Der DSWV wird den Evaluierungsprozess zum Glücksspielstaatsvertrag daher auch mit eigenen Studien, Gutachten und Analysen begleiten, um eine evidenzbasierte Grundlage für die Überprüfung der aktuellen Regulierungspraxis sicherzustellen. Dabei ruht die Hoffnung auch auf der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), die als Aufsichtsbehörde selbst über umfassende Marktdaten verfügt und diese zukünftig umfangreicher und transparenter nutzen sollte.